Ich möchte mal wieder ein Thema ansprechen, das mir ziemlich auf die Nerven geht: Geiz.
Folgende Situation: Ihr wollt euch die Haare schneiden lassen und habt die Wahl zwischen einem Friseur, der euch für 35 Euro bedient und einem, der nur 10 Euro nimmt. Zu welchem geht ihr?
Angenommen, ihr wählt den billigeren: Ich sitze meistens eine knappe Stunde beim Friseur, bis meine Haare gewaschen, geschnitten und wieder getrocknet sind. Gehen wir davon aus, dass jeder weibliche Kunde eine knappe Stunde in Anspruch nimmt. Der angestellte Friseur nimmt pro Stunde also 10 Euro ein. Ausgezahlt bekommt er davon am Ende des Monats vielleicht die Hälfte.
Rechnen wir also: 5 Euro/Stunde = 40 Euro/Tag = 200 Euro/Woche = 800 Euro brutto/Monat = knapp 630 Euro/Monat, die man zum Leben hat.
Klingt viel? Der Regelsatz für Hartz IV liegt bei 359 Euro + Miete + anteilig Nebenkosten.
In manchen Branchen lohnt es sich einfach nicht mehr zu arbeiten. Und das finde ich furchtbar!
Zugegeben, meine Rechnung war sehr grob, aber ich denke, man kann sie trotzdem als Grundlage nutzen, um zu veranschaulichen, was sich in der deutschen Wirtschaft abspielt. Hat man einen Job in der Gastronomie, der Werbung oder diversen Dienstleistungsbereichen, kann man eigentlich gleich zum Jobcenter rennen und Stütze beantragen, dann hat man mehr Geld als würde man sich den Arsch aufreißen.
Das liegt zum Einen daran, dass die Arbeitgeber knausern und sparen, wo es nur geht – auch wenn es nicht nötig ist -, um sich ihre eignenen Taschen zu füllen und zum Anderen daran, dass der Kunde nicht bereit ist, einen gewissen Preis für sein Produkt zu zahlen – ohne Geld gibt es logischerweise auch keine Bezahlung.
Ich möchte hier übrigens nicht kommunizieren, dass er eine unglaubliche Verschwendungssucht an den Tag legen sollt. Natürlich soll man Preise vergleichen und sich nicht auf das erstbeste (und teuerste) Angebot stürzen, aber man kann es auch übertreiben.
Ich für meinen Teil (um das Thema wieder aufzugreifen) liebe es, mich beim Friseur verwöhnen zu lassen. Ich bin gern bereit, dafür auch mehr zu zahlen.
Und ja, ich weiß, dass es viele gibt, die die “horrenden” Preise nicht zahlen können. Aber da wären wir ja wieder am Anfang des Kreislaufs: Zu wenig Lohn/Gehalt.












